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Ortschaftsrat will alternative Bestattungsformen

Der Ortschaftrat Leutesheim will auf dem Friedhof alternative Bestattungsformen einführen. Aber keine Urnenrasengräber oder Urnenröhren wie in anderen Kehler Ortsteilen, sondern „echte Alternativen“, sprich: Baumbestattungen.

 
Von Antje Ritzert

 
Kehl-Leutesheim. Heinz Faulhaber hatte sich alles schon so schön ausgemalt: Urnenröhrengräber sollten her, so wie in Auenheim. Oder Urnenrasengräber, wie in Bodersweier und Kork. Aber die ringförmigen Wege nicht so schmal, denn sonst stehen die Angehörigen bei Beerdigungen ja auf der Rasenfläche, wo die anderen Urnen drunter sind. Unangenehm, so etwas. Am besten kommt auch noch eine kleine Hecke um den äußeren Ring herum, hinter die Urnenplatten, so dass dann auch wirklich jeder weiß: Halt, hier ist kein Durchgang.

„Unser Friedhof ist von der Größe so, dass wir hier alles machen können“, schloss der Leutesheimer Rathaus-Chef seinen Vortrag und gab damit genau das Stichwort, auf das der Ortschaftsrat anscheinend gewartet hatte. „Warum machen wir dann keine Baumbestattungen?“, fragte Kathrin Schütterle (Freie Wähler, FW). „Das wäre wenigstens eine richtige Alternative, alles andere sind doch nur Pseudo-Alternativen.“
Rückenwind erhielt Schütterle von Gisel Wohlschlegel (SPD): „Es gibt Litzemer, die sich schon in Memprechtshofen eingekauft haben“, sagte sie auf der Ortschaftsratsitzung am Montagabend. Im „FriedWald“ Memprechtshofen können sich Interessierte ihre letzte Ruhestätte unter einem Baum bereits zu Lebzeiten aussuchen. „Diese Leute würden gerne in Litze bleiben, wenn es das bei uns gäbe“, ist sich Wohlschlegel sicher. Sie selbst sei ein großer Friedwald-Fan. „Wenn wir schon Alternativen anbieten, dann richtige“, forderte sie.

Auch auf das Argument, die Urnenrasengräber in Kork und Bodersweier würden gut angenommen, hatte Wohlschlegel eine Antwort: „Die haben ja keine echte Alternative.“ Wenn die Korker nicht in ein normales Grab wollten, bliebe ihnen ja nichts anderes übrig als das Urnenrasengrab. Ortsvorsteher Heinz Faulhaber (SPD) schlug vor, beide Varianten umzusetzen. Also zunächst die klassischen alternativen Bestattungsformen anzugehen und parallel dazu schon einmal ein paar Bäume für einen künftigen Friedwald zu pflanzen. Doch darauf wollte sich das Gremium nicht einlassen.

Am Wochenende soll nun ein Treffen vor Ort stattfinden, um die Details für die Baumbestattungen festzulegen und dann der Stadtverwaltung einen Planungsauftrag zu geben. Angedacht ist die Fläche zwischen Mittelweg und Wäldchen. Ortschaftsrat Hans Bartelme (FW) schlug vor, dort vier oder fünf Bäume zu pflanzen sowie einen geschwungenen Weg anzulegen, der sich durch das Gelände zieht und die dort noch vorhandenen Gräber umschlängelt.
 


Auf dieser weitgehend leeren Rasenfläche zwischen Mittelweg und Wäldchen kann sich der Ortschaftsrat Leutesheim einen kleinen Friedwald vorstellen. Foto: Antje Ritzert