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Neuer Jagdbetreuungsvertrag für die Rheinflächen


Der Ortschaftsrat Leutesheim hat den neuen Jagdbetreuungsvertrag für die Bundesflächen am Rhein zur Kenntnis genommen. Befürchtungen, die EU-Naturschutzbestimmungen machten den eine Jagdausübung nahezu unmöglich, treten die zuständigen Behörden jedoch entgegen.


Von Michael Müller


Kehl-Leutesheim. In diesem Jahr läuft der bisherige Jagdbetreuungsvertrag für die bundeseigenen Flächen auf Kehler Gemarkung aus. Die Stadt Kehl als Eigenjagdbesitzer und das Wasser- und Schifffahrtsamt Freiburg als Vertreter des Bundes haben nun einen neuen Vertrag erarbeitet, der wie der bisherige ebenfalls für zwölf Jahre gelten soll.

Betroffen davon sind im Wesentlichen Flächen entlang des Rheins - der Rhein selbst und Teile des Rheinvorlands. Außer Leutesheim (mit knapp 27 Hektar) sind auch Auenheim (91,6 Hektar) und die Ortschaft Goldscheuer (insgesamt rund 76 Hektar, verteilt auf drei Jagdbezirke) berührt. Gravierende Änderungen gegenüber dem bisherigen Vertrag sind mit der
Neuregelung nicht verbunden. Die Regelung sieht so aus, dass die jeweils zuständigen Jagdpächter die bundeseigenen Flächen im Wege der Zupachtung zusätzlich betreuen. Für seine Flächen verlangt der Bund eine Jagdpacht von 2 Euro je Hektar und Jahr.

Unverständnis
Eine Regelung, die bei Werner Keck, einem der beiden für Leutesheim zuständigen Jagdpächter, auf Unverständnis stieß. Die Pachtgebühr stamme wohl noch aus einer Zeit, als man auf dem Rhein noch Enten jagen durfte, mutmaßte er am Dienstag bei der Beratung des Themas im Ortschaftsrat. Heute seien die betroffenen Flächen indes Teil europäischer Schutzgebiete. Die dort geltenden Bestimmungen machten die Jagdausübung jedoch nahezu unmöglich. Somit müsse man die Jagdpacht eigentlich »für nichts und wieder nichts« zahlen.

In der Tat sind die Flächer Teil von europäischen Vogelschutz-  und/oder FFH-Gebieten. Das kann Einschränkungen für die Jagd bedeuten, muss es aber nicht, widerspricht Siegfried Schneider, zuständiger Gebietssachbearbeiter für die Ortenau im Referat Naturschutz und Landschaftspflege beim Regierungspräsidium (RP) Freiburg, auf Nachfrage. »Es ist sicher nicht
so. dass da jetzt eine Käseglocke drübergestülpt wird. Wenn es keine Zielkonflikte und keine erheblichen Beeinträchtigungen der jeweiligen Schutz- und Erhaltungsziele gibt, kann die
Jagd wie bisher ausgeübt werden.« Entscheidend sei der jeweilige  Schutzzweck, sekundiert sein Referatskollege Malte Bickel (RP). Um diesen zu gewährleisten, seien in jedem Gebiet bestimmte naturschutzfachliche Regelungen nötig - und die wiederum steckten den Rahmen für die Jagdausübung ab. Ist zum Beispiel der Schutz selten gewordener Bodenbrüter wie Großer Brachvogel oder Kiebitz ein Schutzziel, gelte es auch, die Bestände von Räubern wie dem Fuchs so zu kontrollieren, dass dieser Schutzzweck nicht gefährdet wird. »Da sind wir auf die Jagd angewiesen«, so Bickel. Auch der Hochwasserschutz muss gewährleistet sein - etwa indem man dafür sorgt, dass Bisams und Nutrias nicht Überhand nehmen.

Management-Plan
Für die »Natura 2000«-Gebiete zwischen Kehl und Helmlingen wird derzeit ein Management-Plan erarbeitet. Dieser kann auch die Bestimmungen zur Jagdausübung konkretisieren. Zudem sei die Bildung von Beiräten vorgesehen, die die Einhaltung der jeweiligen Schutzziele steuern sollen. »Da sitzen alle Beteiligten mit am Tisch«, so Siegfried Schneider.

Ortsvorsteher Faulhaber will sich nun erst mal mit seinen Kollegen der anderen betroffenen Ortsteile abstimmen. Doch Grund zu allzu viel Aufregung sieht Schneider nicht: »Ich würde das eher gelassen sehen.«



Der neue Jagdbetreuungsvertrag war Thema der jüngsten Leutesheimer Ratssitzung. Foto: noxmox/fotolia.de