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Angelsportverein Leutesheim
Interview mit Werner Schneider
zum 50jährigen Vereinsfest des ASV Leutesheim
von Jürgen Preiß
Aller Anfang ist ja bekanntlich
schwer. Der Angelsportverein hatte es zu Beginn aber wirklich nicht leicht.
Warum?
Schneider:
In der Tat. Der Verein wurde gegründet und wir hatten nicht einmal ein
Gewässer zum Angeln.
Warum das
denn?
Schneider: Damals war alles in privater Hand. Erst nach zähen
Verhandlungen mit Berufsfischer David Thorwarth konnten wir dann den
Stalleswörthsee an der Gemarkungsgrenze zu Honau bekommen.
Waren ihnen
die Beruffischer damals nicht wohl gesonnen?
Schneider: Das Verhältnis war weder gut noch schlecht, besserte
sich aber mit der Zeit. Das Geschäft der Berufsfischer war seinerzeit am
Abklingen. Sie wurden kleiner und wir größer.
Wie sah es damals
in der Vereinskasse aus?
Schneider: Anfangs nicht sehr gut. Wir mussten schon schauen
wie wir über die Runden kamen. Die mageren Zeiten besserten sich aber
schlagartig mit dem Jahr 1970. Da veranstalteten wir ein großes Anglerfest an
den Rötze-Weihern mit Wettangeln.
Die Resonanz war
positiv?
Schneider: Das kann man wohl sagen. Am Sonntagmorgen kurz nach
acht hatten wir schon 5 000 Mark Startgeld in der Kasse liegen. 500 Angler
wollten bei uns fischen. Und wir taten alles, dass das an den zwei Wasserbecken
auch möglich war. Allerdings standen die Angler schon dicht gedrängt. Außerdem
war es verdammt heiß und die Petrijünger hatten einen gewaltigen Durst. In der
Pause machten sie ein 200 Liter Bierfass vollständig leer. Wir mussten den Hahn
nicht einmal zudrehen. Insgesamt haben wir rund 58 Hektoliter Bier verkauft. Das
war schon eine Meisterleistung der Gäste und des Thekenpersonals. Wir kühlten
die Holzbierfässer damals übrigens mit Stangeneis aus Kehl. Gemundet hat der
Gerstensaft allemal. Das Fest ist heute in Leutesheim noch als Mutschler-Fest in
guter Erinnerung.
Was machten sie
mit dem vielen Geld?
Schneider: Zunächst einmal hatten wir einen finanziellen
Grundstock für viele Jahre geschaffen. Investiert haben wir vor allem in den
Fischbesatz. Das Pachtwasser wurde nämlich immer größer. In den 60er Jahren kam
der frisch ausgebaggerte Mittelgrundsee dazu. Später dann ein Stück vom
Sänel-Gießen-Altrhein sowie ein Stück vom Rhein entlang der Leutesheimer
Gemarkung.

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Das
waren noch Zeiten: 1969 fing Hans
Ulrich aus Leutesheim im Mittelgrundbaggersee einen 27 Pfund schweren
Hecht. Auf dem Foto sind von links zu sehen: Robert Haag, der damalige
Angelsportchef Ernst Hummel, Siegfried Zier, Hans Ulrich mit Sohn Herbert
und Ehefrau Erna. |
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Aktives
Dorf Leutesheim, August 2007
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