.



 

 
 
  Sie sind hier:   » Startseite » Archiv » 2007 »
 


Angelsportverein Leutesheim

Interview mit Werner Schneider
zum 50jährigen Vereinsfest des ASV Leutesheim

von Jürgen Preiß

Aller Anfang ist ja bekanntlich schwer. Der Angelsportverein hatte es zu Beginn aber wirklich nicht leicht. Warum?

Schneider:
In der Tat. Der Verein wurde gegründet und wir hatten nicht einmal ein Gewässer zum Angeln.

Warum das denn?

Schneider: Damals war alles in privater Hand. Erst nach zähen Verhandlungen mit Berufsfischer David Thorwarth konnten wir dann den Stalleswörthsee an der Gemarkungsgrenze zu Honau bekommen.

Waren ihnen die Beruffischer damals nicht wohl gesonnen?

Schneider: Das Verhältnis war weder gut noch schlecht, besserte sich aber mit der Zeit. Das Geschäft der Berufsfischer war seinerzeit am Abklingen. Sie wurden kleiner und wir größer.

Wie sah es damals in der Vereinskasse aus?

Schneider: Anfangs nicht sehr gut. Wir mussten schon schauen wie wir über die Runden kamen. Die mageren Zeiten besserten sich aber schlagartig mit dem Jahr 1970. Da veranstalteten wir ein großes Anglerfest an den Rötze-Weihern mit Wettangeln.

Die Resonanz war positiv?

Schneider: Das kann man wohl sagen. Am Sonntagmorgen kurz nach acht hatten wir schon 5 000 Mark Startgeld in der Kasse liegen. 500 Angler wollten bei uns fischen. Und wir taten alles, dass das an den zwei Wasserbecken auch möglich war. Allerdings standen die Angler schon dicht gedrängt. Außerdem war es verdammt heiß und die Petrijünger hatten einen gewaltigen Durst. In der Pause machten sie ein 200 Liter Bierfass vollständig leer. Wir mussten den Hahn nicht einmal zudrehen. Insgesamt haben wir rund 58 Hektoliter Bier verkauft. Das war schon eine Meisterleistung der Gäste und des Thekenpersonals. Wir kühlten die Holzbierfässer damals übrigens mit Stangeneis aus Kehl. Gemundet hat der Gerstensaft allemal. Das Fest ist heute in Leutesheim noch als Mutschler-Fest in guter Erinnerung.

Was machten sie mit dem vielen Geld?

Schneider: Zunächst einmal hatten wir einen finanziellen Grundstock für viele Jahre geschaffen. Investiert haben wir vor allem in den Fischbesatz. Das Pachtwasser wurde nämlich immer größer. In den 60er Jahren kam der frisch ausgebaggerte Mittelgrundsee dazu. Später dann ein Stück vom Sänel-Gießen-Altrhein sowie ein Stück vom Rhein entlang der Leutesheimer Gemarkung.




Das waren noch Zeiten: 1969 fing Hans Ulrich aus Leutesheim im Mittelgrundbaggersee einen 27 Pfund schweren Hecht. Auf dem Foto sind von links zu sehen: Robert Haag, der damalige Angelsportchef Ernst Hummel, Siegfried Zier, Hans Ulrich mit Sohn Herbert und Ehefrau Erna.



zurück | drucken


Aktives Dorf Leutesheim, August 2007