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Angelsportverein Leutesheim
Der ASV fischte elektrisch
Kehl-Leutesheim (pr).
Genügend Wasser von
oben und von unten hatte der Angelsportverein Leutesheim am
vergangenen Wochenende bei einem Großeinsatz an den
Rötzeweihern. Mit Hilfe des Landesfischereiverbandes Baden (LFV)
wurde eine Elektrobefischung durchgeführt und es regnete den
ganzen Tag.
Die durchgeführte Aktion war eine Fischbestandserhebung. Es ging
dabei darum, Erkenntnisse über den in den Weihern vorhandenen
Fischbestand und dessen Zusammensetzung zu erhalten. Aus den
Resultaten der Elektrobefischung wird vom LFV ein Hege- und
Bewirtschaftungsplan erstellt, erklärte Ingo Kramer von der
Geschäftstelle des Verbandes. Der Diplombiologe führte die
Aktion in Leutesheim zusammen mit über 20 Helfern vom
Angelsportverein durch.
Der Hege- und Bewirtschaftungsplan soll dazu dienen, zukünftig
eine ökologisch verträgliche und nachhaltige fischereiliche
Bewirtschaftung der Weiher zu gewährleisten. "Ziel der
nachhaltigen fischereilichen Bewirtschaftung ist immer, den
natürlichen Ertrag beziehugnsweise die natürliche Produktion des
Gewässers zu nutzen, ohne die biologisch begrenzte
Ertragsfähigkeit zu überschreiten", erklärte der Limnologe. Ein
ausgewogener und den ökologischen Verhältnissen angepasster
Fischbestand soll daraus resultieren.
Insgesamt wurden am Wochenende in Leutesheim zehn verschiedne
Fischarten gefangen. Die Hauptart war das Rotauge mit etwa 65
Prozentanteil, gefolgt von der Rotfeder mit 27 Prozent. Der
Flussbarsch war mit 6 Prozent vertreten. "Bemerkenswert ist
noch, dass rund 95 Prozent der gefangenen Fische eine
Körperlänge von unter zehn Zentimeter hatten. Es wurde deutlich,
dass der Zulauf aus dem Gieselbach den Fischbestand maßgeblich
bestimmt", stellte Ingo Kramer fest. Die Befürchtung, es könnten
sich nicht einheimische Katzenwelse in den Weihern befinden,
konnte zum Glück nicht bestätigt werden. Die überzähligen
Weissfische wurden in andere geeignete Gewässer umgesetzt.
Zukünftig sollten mehr Raubfische in die Weiher eingesetzt
werden, um eine Massenentwicklung der Weissfische zu verhindern,
lautete die Empfehlung des Biologen.
Zum Elektrofischen erklärte der Mitarbeiter des
Landesfischereiverbandes: "Es ist dies die schonendste aller
Fischereimethoden. Den Fischen entsteht dadurch keinerlei
Schaden. Sie werden mit speziell dafür produziertem Strom
kurzzeitig betäubt und können mit einem weichen Kescher
entnommen, bestimmt, vermessen und gezählt werden".
Die Elektrofischerei sei eine Sonderfischerei, die nur unter
bestimmten Voraussetzungen genehmigt werden könne. Es müsse ein
vernünftiger Grund für die Aktion vorliegen. Dann brauche der
Elektrofischer eine spezielle Ausbildung, eine besondere
Haftpflichtversicherung, gültige Fischereipapiere, sowie ein
geprüftes und zugelassenes Elektrofischfanggerät. Nur unter
diesen Voraussetzungen könne man bei der Fischereibehörde im
Regierungspräsidium einen Antrag auf Elektrofischerei stellen.
Der Einsatz werde zudem regelmäßig vor Ort von der
Fischereiaufsicht kontrolliert.

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