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Aktives Dorf Leutesheim
Gelungene Ausstellung in Leutesheim
Kehl-Leutesheim (pr).
"Liegende Güter, so
teilbar, und während der Ehe errungen worden" - steht in
altdeutscher Schrift, vor 200 Jahren
in
Leutesheim zu Papier gebracht. Sehr pingelig waren unsere Vorfahren,
wenn es darum ging Grund- und Inventarbesitz zu dokumentieren. Mit dem
Teilregister wurde wohl so mancher Erbstreit vermieden.
Am Wochenende konnte im Leutesheimer Feuerwehrhaus in alten
Aufzeichnungen gestöbert werden. Liesel Keck hatte auf Anregung des
Vereins "Aktives Dorf Leutesheim" eine Ausstellung mit historischen
Gegenständen organisiert, die am kommenden Samstag und Sonntag jeweils
von 17 bis 19 Uhr nochmals zu sehen ist.
"Die Ausstellung soll anregen daheim mal nach alten Dingen
nachzuschauen", sagte Ernst Kleinmann. Der Ortsvorsteher und Chef vom
"Aktiven Dorf Leutesheim" will für Zwecke des Vereins alte Gegenstände
im ehemaligen "Milchhiesel" aufbewahren.
Dass dies nicht nur alte Bücher sein können, zeigte Liesel Keck sehr
anschaulich auf: Lebensgroße, teils selbstgebastelte Puppen tragen 150
Jahre alte Kleider. Ein lediges Mädchen mit typischen Zöpfen ist zu
sehen, "ä netti Grott", schreibt Liesel Keck amüsant auf ein
Ansteckschild. Das Ehepaar von 1820 schaut entzückt rüber. Strümpfe
von der Großel in langen Wintern zwischen 1882 und 1900 gestrickt.
Bettzeug als wichtiges Bestandteil der Aussteuer sehr ordentlich
aufeinandergestapelt, ein stromloses Bügeleisen und ein großer
Kieselstein gegen kalte Füße: Dinge des alltäglichen Lebens, liebevoll
in Szene gerückt. Rechts der "Bäcke-Vid". Ein Foto zeigt den 1836
geborenen Dorfbäcker zusammen mit Ehefrau. Daneben seine Backform
speziell für Kindtaufen. Liesel Keck hat einen Kuchen reingetan.
Ein Arbeitshemd, selbst gesponnen, gewebt, gebleicht und handgenäht.
Das "Wärdi"- Hemd für werktags - ziemlich abgenutzt und schließlich
der "Sonndi-Schorz", den die Frauen für besondere Anlässe aufhoben.
Christliche Motive auf einer weißen Tischdecke: Das "Abendmahl" ist
darauf dargestellt - ein regelrechtes Kunstwerk. Reichlich verzierte
alte Bibeln und Gesangbücher zeugen ebenfalls davon, dass die Kirche
früher eine große Rolle spielte.
Am Samstagnachmittag um halb fünf kommt Fritz Thorwarth in die
Ausstellung, in der Hand eine Art Pumpe. Die älteren Besucher wissen
es: Es ist eine alte Handwaschmaschine. Im Traktoranhänger hat er eine
weitere absolute Sehenswürdigkeit liegen. Ein Hochrad um 1850, das er
dem "Aktiven Dorf Leutesheim" zur Verfügung stellt.

Fritz Thorwarth stellt dem Verein »Aktives Dorf Leutesheim« ein
Hochrad aus dem Jahre 1850 zur Verfügung. |